Nach der chinesischen Lehre fließt die Lebensenergie Qi in Energiebahnen, den Meridianen, durch den Körper. Auf diesen Meridianen befinden sich die Akupunkturpunkte, durch deren Reizung der Energiefluss reguliert wird. Zuviel an Energie wird gedämpft, Blockaden werden gelöst, ein Mangel wird behoben.

Mit der Akupunkturnadel werden genau diese Punkte gereizt, die über Meridiane mit der erkrankten Körperstelle verbunden sind. Der Reiz löst Impulse aus, die wiederum über die durch Synapsen verbundenen Nervenfasern an die Hinterhornneurone weitergeleitet werden. Deren elektrische Erregbarkeit wird reduziert oder blockiert und damit das Schmerzempfinden beeinflusst.
Die dabei ablaufenden Mechanismen lassen sich für die Schmerzbehandlung wissenschaftlich beschreiben. Im Rückenmark werden die Endorphine ausgeschüttet, welche die Schmerzweiterleitung präsynaptisch – also vor der Schaltstelle zwischen den Nervenfasern – unterdrücken.

Im Mittelhirn werden Serotonin und Noradrenalin freigesetzt. Sie bewirken eine prä- wie auch eine postsynaptische Hemmung der Schmerzweiterleitung.
Im Zwischenhirn (Hypothalamus-Hypophysen-Komplex) werden ebenfalls Endorphine sowie ACTH – eine Vorstufe des Cortisols – ausgeschüttet. Das ACTH wird zur Nebennierenrinde transportiert und löst dort wiederum die Ausschüttung von Cortisol aus.

Die ursprüngliche Schmerzinformation an das Gehirn wird ganz oder teilweise unterdrückt, die Ausschüttung der körpereigenen Hormone und Substanzen lindern Schmerzen, wirken beruhigend und immunstimulierend.
Akupunktursitzungen werden bei akuten Erkrankungen häufig durchgeführt (bis zu einmal täglich), bei chronischer Erkrankung zweimal pro Woche (6 bis 10 Wochen lang). Eine Sitzung dauert zwischen 20 und 45 Minuten. In der Regel sind bei akuten Erkrankungen 3-6 Sitzungen, bei chronischen 12 – 20 Sitzungen erforderlich.

Weitere Informationen:
www.akupunktur-stiftung.de
www.daegfa.de